Geschichte der Gesellschaft

Die Geschichte der Schifffahrt und des Schiffsverkehr ist sehr lang. Sie begann praktisch mit der Floßfahrt, aber eine größere Entwicklung war erst möglich, als die sog.“freie Schifffahrt“ erreicht war. Das ist eine Flussfahrt, ohne an die Regierenden der an Fluss liegenden Städte und Gebiete Zoll zahlen zu müssen. Der Gedanke der „freien Schifffahrt“ entstand im Jahre 1648, wurde aber nicht respektiert und bliebt von vielen unverstanden. Eine Einigung gab es erst im Jahre 1821, als sämtliche Zollgebühren aufgehoben wurden und eine einheitliche Schiffsabgabe festgelegt wurde. Es wurde ebenfalls festgelegt, dass für die Wasserstraße und die Instandhaltung der ufer der jeweilige Staat zuständig ist.

Für den Schiffsverkehr war auch die Wasserstraße wichtig, die einen sichere Schifffahrt ermöglichte. Bereits in der Vergangenheit wurdne von den Flüssen sämtliche Felsblöcke beseitigt und auf der Moldau wurden größere Arbeiten am Fluss bereits zu Zeiten von Karl IV. begonnen, der Tore und Durchlässe in die festen Stauwehren einbauen lies. Die Fahrtiefe war damals nur klein, bereits um 1900 waren 140 cm auf der Moldau und 150 cm auf der Elbe gefordert. Seit 1875 wurden umfangreiche Regulierungsarbeiten durchgeführt, die die Fahrbarkeit steigerten und im Jahre 1885 war bereits der Gedanke auf der Welt, Elbe und Donau miteinander zu verbinden. Im Jahre 1899 wurde der Bau des ersten Wasserwehren mit Stauwerk auf der Moldau begonnen und es folgten Stauwerke auf der Elbe zwischen Mìlník und Støekov in den Jahren 1903 – 1936. Die gegen den Flussstrom gebauten Stauwerke über Mìlník entstanden nicht nach und nach, sonder je nach Bedarf. In den Jahren 1975 – 1977 wurden diese Stauwerke und Schwimmkammern zwischen Mìlník und Chvaltice modernisiert und die Wasserstraße wurde vertieft und erweitert, damit sie für den geplanten Transport der Heizkohle aus Lovosice zum Wärmekraftwerk Chvaltice vorbereitet waren. Auch unterhalb von Støekov wurde die Elbe durch Ausbaggerungen und den Bau von Deichen längs und quer reguliert, die sich jedoch im Hinblick auf den geringen Durchfluss, der ein Großteil des Jahres über nicht die volle Nutzung der Kapazitäten der Wasserfahrzeuge gestattet hatte, in wenigen Jahren als unzureichend erwiesen hatten. Selbstverständlich arbeitete man auch an der Steigerung der Fahrtiefen auf dem deutschen Elbeabschnitt, wo ebenfalls Regulierungen durch Längs- und Querdeiche, Ausbaggerungen und Anpassungen einiger Flusskrümmungen vorgenommen wurden. Von Magdeburg aus wurden dann Kanäle gebaut (Mittellandkanal und Elbekanal), über die die Binnenfahrt bis nach Hamburg mit voller Fahrtiefe möglich ist. Ebenso auch nach ganz „Westeuropa“.

Die Gesellschaft ÈSPL, a.s., mit Sitz in Dìèínì, wurde am 13.6.1922 unter folgendem Namen gegründet: Èeskoslovenská plavební akciová spoleènost Labská, Praha. Die Gründer waren der damalige Staat und Banken. Die Gesellschaft konnte sämtliche Aktivitäten die nicht nur mit der Beförderungen von Menschen und Waren zusammenhingen, sondern auch mit dem Bau und Reparaturen von Schiffen.

Der Staat brachte Wasserfahrzeuge ein, die er aus Kriegsreparationen erhielt und die Banken lieferten das notwendige Kapital. Es handelte sich um 18 Dampfer, 11 Dampfschnellboote, 189 Boote, 7 Kettendampfer, 12 Hafendampfer, 7 Lagerboote, 49 Fähren und 21 sonstige Hilfsfahrzeuge. Es handelte sich um 134 Einheiten mit einer Tonnage von 142 392 Tonnen und einer Leistung von 18 310 PS. Anfang der zwanziger Jahre bestand die Schiffsbesatzung zu 90 % aus Deutschen, was auf die Bewegung der Wasserfahrzeuge auf den Flüssen der deutschen Gebiete und die Flusskenntnisse diese Ortsansässigen zurückzuführen ist. Seit dem Beginn der Ausbildung im Schifffahrtshandwerk ist jedoch dieses Verhältnis bald auf 54 % gesungen und sank weiter. Auch die Wasserfahrzeuge waren bereits alt und mussten erneuert werden. Das geschah im Jahre 1936 durch den Bau der Bootsserie des Typs „Amanda“, die in den folgenden 20 Jahren gebaut wurden. 20 Boote wurden bis zum Krieg gebaut und weitere nach dem Krieg. In dieser Zeit wurde auch der Bau der ersten zwei Motorlastschiffe und zwei Motorschlepper begonnen.

Der anschließende zweite Weltkrieg sorgte jedoch für große Veränderung. Die Schifffahrt wurde während des Krieges nicht unterbrochen, es ergab sich nur eine gewaltsamen Germanisierung der Gesellschaft und zum Kriegsende wurden durch den Übergang der Kriegsfronten auf der deutschen Elbeseite die meisten Brücken beschädigt, zerstört und viele Schiffe versenkt, die so die Wasserstraße versperrten. Nach der Besetzung blieben der Gesellschaft insgesamt 267 Wasserfahrzeugeinheiten mit einer Tonnage von 137 283 Tonnen. Der Bau neuer Wasserfahrzeuge begann noch vor dem Jahre 1947.

Es folgte die Verstaatlichung zum und am 1.1.1949 wurde die Tätigkeit der Schifffahrtsgesellschaft unter dem Namen des volkseigenen Betriebs „Národní podnik Èeskoslovenská plavba labská“ fortgesetzt. Zum 1.7.1952 wurden die Betriebe zusammengeführt und es entstand die Gesellschaft Èeskoslovenská plavba labsko-oderská, národní podnik. Im Jahre 1957 wurden der ÈSPL die Speditionsleistungen entzogen und auf Èechofracht übertragen.

Parallel zur wachsenden Größe der gesamten Gesellschaft folgten selbstverständlich auch Änderungen in der Struktur und Organisation. Es wurden weitere neue und moderne Motorlastschiffe gebaut und es entstand eine neue „Schubtechnologie“. Das staatliche Unternehmen ÈSPLO, n.p. besaß die Schiffswerft Køešice als Reparaturwerkstatt, die Häfen Loubí, Ústí nad Labem, Lovosice, Mìlník, Kolín und Praha. Es betrieb die Schifffahrt im In- und Ausland und den Heizkohletransport. Für all diese Aktivitäten sorgten selbstständige sog. „Betriebe“ mit eigener Direktion, die der Generaldirektion unterlagen. Im Ausland war das Unternehmen in Magdeburg, Hamburg, Braunschweig, Duisburg, Rotterdam und in Szczecin vertreten. Im Jahre 1989 zählte man inzwischen 700 Wasserfahrteinheiten. Im Jahre 1990 wurde beschlossen, dass wegen des Überschusses an Schiffskapazitäten keine weiteren neuen Schiffe mehr übernommen werden und der Schiffsbau des neuen Typs MNL 11631 und TR 610 wurden gestoppt. Seitdem wurde weder ein weiteres neues Schiff gekauft noch gebaut. Die alten, überwiegend motorlosen Boote wurden verschrottet und ebenso wurdne auch den ältesten Motorlastschiffe aus dem Verkehr gezogen.

Nach 1989 folgte die Privatisierungsphase und die hatte bei der ÈSPL, a.s. am 5.5.1992 ihren Höhepunkt, als die Gesellschaft Èeskoslovenská plavba labská, a.s. (ÈSPL, a.s.) durch eine neue Registrierung gegründet wurde, die nicht mehr die Häfen in Ústí nad Labem, Mìlník, Prag und Kolín besaß.

Diese Gesellschaft betrieb neben der Verladung, Lagerung und dem Transport auch Schiffsreparaturen und den Bau von Seeschiffen. In den folgenden zehn Jahren ereigneten sich jedoch mehrere Dinge, die den Zerfall der Gesellschaft zur Folge hatten, der in einem Konkurs endete. Es handelte sich insbesondere um den Verlust des Heizkohletransports, bei dem über Nacht für mehrere zehn Lastschubschiffe die Arbeit weggefallen ist und einige „trockene“ Jahre folgten, die die Nutzung der Wasserfahrzeuge nur zu einer geringen Prozentzahl erlaubte.

Im Konkurs wurden die alte Gesellschaft Èeskoslovenské plavby labské, a.s. entsprechend den einzelnen Funktionsteilen des Unternehmens verkauft. Die Haupttätigkeit, das ist die Betreibung der Binnenlastschifffahrt, überwiegend in das Ausland, kaufte die zur Holdinggruppe AFG gehörende Gesellschaft ARGO Internationale Spedition, s.r.o. am 21.10.2002 und ließ sie unter dem Namen ÈSPL, a.s., registrieren.

Heute, nach der Rekonstruktion des Schiffparks und der gesamten Organisation des Managements, hat die Gesellschaft insgesamt 293 Beschäftigte und 102 Wasserfahrzeugeinheiten mit einer Tonnage von 66 812 Tonnen und 13 674 kW. Das sind nur 20 kW mehr als bei der Gründung der Gesellschaft im Jahre 1922, jedoch mit einer halben Tonnage. Mit diesem Schiffspark kann die Gesellschaft jedoch dank der perfektionierten Wasserfahrzeuge und einer besseren Nutzung mehr als die doppelte Menge an Last befördern, und das sogar auf eine viel größere Entfernung, denn früher betrieb die Schifffahrt überwiegend die Strecke ÈR – Hamburg (630-700 km), und heute werden die Binnen- und Seehäfen von ganz Europa angesteuert, die mehr als Tausend Kilometer entfernt sind.

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